SKOLIOSE

Bei der Skoliose besteht eine dauerhafte seitliche Krümmung der Körperachse als Folge einer Asymmetrie von Wirbelsäulenkomponenten, erkennbar an einem Schulterhochstand. 

Die Ursachen einer Skoliose gliedern sich in zwei Hauptgruppen:

A  Congenitale (= angeborene) Skoliose

B  Erworbene Skoliose

Bei Jugendlichen ist differentialdiagnostisch (= was außer Skoliose noch an Krankheiten infrage kommt) an einen Morbus Scheuermann zu denken.

Eine durchgreifende Korrektur der Wir belsäulenverkrümmung ist nur operativ möglich. Der betroffene Patient sollte diesen Eingriff aber nur in einer Klinik durchführen lassen, die über entsprechende Erfahrungen verfügt, so z.B. die Skoliose -Abteilung in der WERNER WICKER KLINIK in Bad Wildungen/Reinhardshausen. 

Chronische Schmerzen im Rahmen einer Skoliose betreffen hpts. den Brustwir belsäulen- Bereich, seltener den Lendenwir belsäulen-Bereich und wenn, dann nur den oberen Abschnitt (L1-L2(L3). 
Eine erwähnenswerte Ausnahme stellt das Bertolotti Syndrom dar. Hier besteht eine Ischialg ie durch Ner venkompression infolge Sakralisation
(= asymmetrische Verschmelzung des 5. Lendenwirbels mit dem Kr euzbein) des 5. Lendenwirbels mit Skoliose.
Halswir belsäulen-Beschwerden treten bei Skoliose nur vereinzelt auf, dann meist im Sinne eines Ausstrahlungsphänomens.
Bei der Skoliose dominieren, statisch bedingt, reflektorische Störungen, hauptsächlich im myofaszialen
(= Mus keln und deren Gewebsumhüllung betreffend) System. 
Nicht selten sind im Rahmen einer Skoliose auch Interkos talnerven
(= Zwischenrippennerven) im Sinne einer pseudorad ikulären Symptomatik (= Krankheitszeichen die auf eine scheinbare Beteiligung von Ner venwurzeln hinweisen) beteiligt. Eine rad ikuläre (= Ner venwurzel betreffende) Symptomatik kann leicht übersehen werden, da z.B. bei motorischen (= Muskelkraft betreffende) Ausfällen kaum eine körperliche Beeinträchtigung eintritt, es sei denn, es sind mehrere Interkostalnerven (= Zwischenrippennerven) betroffen, was dann zu einer Ventilationsstörung (= Störung der Atmung) führen kann, zumal bei einer höhergradigen Skoliose die Vitalkapazität (= maximales Atemvolumen) ohnehin herabgesetzt ist. 
Der Schmerzcharakter im Bereich der Brustwir belsäule wird von den Patienten meist mit dumpf und drückend angegeben. In der Regel ist die paravertebrale
(= neben der Wir belsäule) Mus kulatur verhärtet und druckschmerzhaft. Oft besteht auch Klopfschmerzhaftigkeit über den Dornfortsätzen.

Visze rale (= aus den Eingewei den stammende) Über tragungsschmerzen (Referred pain) sind auch bei einer Skoliose stets in die differentialdiagnostischen Erwägungen (= welche Krankheiten außer Skoliose noch in Frage kommen könnten) mit einzubeziehen. 
Affektionen
(= Störungen, Erkrankungen) von Herz und Pankreas (= Bauchspeicheldrüse) führen oft zu Beschwerden zwischen den Schulterblättern. Auch Erkrankungen der Speiseröhre, Pleura (= Brustfell) und Anomalien der Brustaorta (= Hauptschlagader) können zu Beschwerden in der Brustwir belsäulen-Region führen.

Medikamentöse Schmerztherapie bei Skoliose:
Akut und subakut können auch bei Skoliose zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden. 
Manchmal sind aber die Schmerzen nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei
Skoliose eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden. Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva (= Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischen Schmerzen infolge einer Skoliose wirksam) (z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei Skoliose:
Bei persistierenden (= anhaltenden) Schmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit langwirkenden Lokalanästhetika (z.B. Bupivacain). Die einfachste diesbezügliche Therapie besteht in der lokalen Infiltration der meist verspannten paravertebralen (= neben der Wir belsäule) Mus kulatur. Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig aus. Stationär führen wir diese Behandlung konsequent zweimal täglich durch, möglichst zeitlich vor Durchführung physiotherapeutischer Maßnahmen.
Periphere Schmerzprojektionen entlang der Interkos talnerven (= Zwischenrippennerven) sprechen gut auf wiederholte Interkos talblockaden an. In hartnäckigen Fällen kann die Blockadefrequenz durch Implantation eines Katheters erhöht werden (*siehe unten).
Bei Schmerzdominanz der unteren Brustwir bel- und Lendenwir belsäule ist auch die niedrigdosierte, kontinuierliche Epiduralblockade mit Katheter hilfreich (*siehe unten).
Eine weitere Möglichkeit bietet die gezielte Triggerpunktinfiltration nach vorheriger Identifizierung derselben.

Physikalische Therapie bei Skoliose:
Auch die Elektrostimulation kann bei Skoliose eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Stimulation mit Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig paravertebral
(= neben der Wir belsäule) im Schmerzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. 
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca.-10 bis-15 Grad C abgekühlt ist. Manche Patienten mit einer
Skoliose empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (z.B. Rotlicht oder auch Infrarot-Wärmekammer) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Rüc kenschmerzen lindern.
Erste positive Erfahrungen werden von der Magnetfeldtherapie berichtet.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei Schmerzen aufgrund einer Scoliosis nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist dagegen ist bei Skoliose die heilgymnastische Therapie z.B. nach Schroth (dreidimensional) mit Extension
(= Ausdehnung, Ausbreitung, Streckung), Derotation (= Entgegenwirken einer Verdrehung) und Flexion (= Beugung - die aktive oder passive Bewegung der Wir belsäule aus der Streck- bzw. Mittelstellung) sowie entsprechende Atemgymnastik (bei deutlich herabgesetzter Vitalkapazität (= das nach maximaler Ausatmung eingeatmete maximale Atemvolumen)). Auch sportliche Aktivitäten sind hilfreich (z.B. Schwimmen, Reiten). Evtl. ist auch die Anpassung einer Korsettkonstruktion (z.B. Milwaukee-Korsett) angezeigt.
Bei schmerzhaften degenerativen Veränderungen der Wir belsäule wird auch eine Röntgenbestrahlung empfohlen (Thomalske 1991).

Andere Therapiemaßnahmen bei Skoliose:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur zur Skoliose -Behandlung nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie). Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten Übungen zur Lockerung der Musku
latur erlernen.
Hypnoide Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind
auch bei Skoliose eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie, da auch sie zu einer muskulären Entspannung führen, ebenso Biofeedback (= computergesteuerte Rückmeldung körpereigener Signale).
Psychotherapeutische Interventionen können beim ausgeprägten "psychosomatischen Schmerz" angezeigt sein, da auch verdrängte Konflikte muskuläre Verspannungen und Schmerzen verstärken können.

Bei längerfristig bestehenden Schmerzen aufgrund einer Skoliose ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Anhang Methodenbeschreibungen

Kontinuierliche Blockade des Nervus intercostalis (Zwischenrippennerv)
Dabei legen wir einen Katheter unterhalb der zugehörigen Rippe ein und spritzen über den Schlauch schmerzfrei alle 4-5 Stunden 2-4 ml einer höherprozentigen Lokalanästhetikalösung
(= örtliche Betäubungsmittellösung) ein. Wir wenden diese Methode hauptsächlich bei der sog. Interkostalneuralgie an.

Die kontinuierliche Periduralanästhesie mit Katheter wird zur Schmerzausschaltung bei Operationen allgemein oft angewendet, sie eignet sich vorzüglich auch zur Therapie chronischer Schmerzen. Bei dieser Methode wird im Bereich der Lendenwir bel (oder auch höher) ein dünner Kunststoffkatheter in örtlicher Betäubung eingelegt. Dieser wird dann mehrmals täglich mit einer lang wirkenden, örtlichen Betäubungsmittellösung aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die Beweglichkeit, bzw. Kraft, nicht oder kaum eingeschränkt ist, so daß sich der Patient trotzdem frei bewegen kann. Gleichzeitig ist aber die Schmerzempfindlichkeit im Blockadebereich  vermindert oder gar aufgehoben ,so daß begleitend die notwendigen intensiven krankengymnastischen Beübungen durchgeführt werden können. Zusätzlich nimmt die allgemeine Durchblutung in diesem Bereich zu.
Eine peridurale Blockade im Thorakal-Bereich (= Brustwirbelbereich) bedarf einer sehr strengen Indikationsstellung, weil das therapeutische Risiko ungleich höher anzusetzen ist.
Eine indirekte, peridurale Blockade im B rust-Bereich läßt sich mit geringerem Risiko mittels der lumbalen Periduralblockade erzielen (wie zuvor beschrieben), in dem das verabreichte Volumen so erhöht wird, daß die thorakalen Segmente erreicht werden.

 

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Aktualisiert: 20.06.06
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H Haglundferse, hämorrhagischer Insult, Haglundferse, Halbseitenlähmung, Halsrippensyndrom, Halswirbelsäulenschmerz, Halswirbelsyndrom, Handgelenkarthritis, Handgelenksarthrose, Handgelenksschmerzen, Harnblasenentzündung, Harnsäuregicht, Hemialgesie, Handgelenksentzündung, Hemicrania continua, Hemikranie, Hemiparese, Hemiplegia, Hemiplegie, Herpes zoster (www.herpes-zoster.de) (1), Herpes zoster (www.herpes-zoster.net) (2),
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P Paget Syndrom, Pankolitis (www.pancolitis.de), Pansinusitis (www.pansinusitis.de), Paraparese, Paraplegia, Paraplegieparoxysmale HemikraniePatellaspitzensyndrom, Pelvipathie (www.pelvipathie.de), Periarthritis, Periarthropathia humeroscapularis, Periarthropathie, Periostitis calcanei, periphere arterielle Durchblutungsstörungenperiphere arterielle Durchblutungsstörung, periphere arterielle VerschlußkrankheitenPhantomschmerz, Phantomschmerzen, Piriformis-Syndrom (www.piriformis-syndrom.de), Plantarer Fersensporn, Plantarfasziitis, Plexusneuritis, Plica-Syndrom, Polyarthritis (www.polyarthritis.co.uk), Polyneuropathie (www.polyneuropathie.net), Polymyalgia, Polyneuropathien (1), Polyneuropathien (www.polyneuropathien.com) (2), Polyradikuloneuritis, Poplitea-Kompressionssyndrom (www.poplitea-kompressionssyndrom.de), Postherpetische Neuralgie (www.postherpetische-neuralgie.de), Postdiskektomie-Syndrom, Postdiskotomie-Syndrom,
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